Immer wieder sieht man an den alten Häusern in den Hutongs das Zeichen für „Abriss“.

Ganze Viertel sind allein in der Zeit, in der wir hier sind, abgerissen worden. Der alte Stadtkern wird so immer kleiner, weil U-Bahnen, Shoppingmalls, Bürobauten und andere Hochhäuser gebaut werden.

Das ist oft ganz schön traurig, denn die für Beijing so typisch dörflich anmutenden Hutongviertel verschwinden langsam und Beijing bekommt das austauschbare Gesicht vieler chinesischer Großstädte.

Frisch von der Expo in Shanghai zurück, will ich kurz darüber berichten. Der britische Pavillon war wirklich der beeindruckendste, den ich mir von innen ansehen konnte (langes Anstehen bis zu fünf Stunden waren bei einigen Pavillons ganz normal), also war die Auswahl stark eingeschränkt.

Hier ein Bild von der gemeinen Exposchlange vor dem australischen Pavillon.
Die igelartige Außenhaut des britischen Pavillons besteht aus 60.000 langen dünnen Plexiglasstangen, die jede am inneren Ende einen oder mehrere Samen beherbergt (die Kathedrale ist sonst leer). Als Idee zu dem Motto der Expo „Better city better life“ wirklich klasse: einfach und wirkungsvoll.
Architektonisch war der dänische Pavillon sehr interessant, das schneckenartig gewundene Gebäude bot mit jedem Schritt einen anderen wunderschönen Ausblick. Auch die kleine Meerjungfrau war extra zur Expo angereist.

Erwähnenswert sind natürlich auch noch andere Pavillons, wie der portugisische (Außenhaut aus Kork), der schweizerische (oben drauf kann man Skilift fahren), der deutsche (innendrin die Energiekugel), der französische (mit dem besten Exporestaurant – leckeres 3-Gang-Menü) und und und …
Glockentürme und Trommeltürme gab es in fast jeder alten chinesischen Stadt. Trommeln und Glocken wurden alle zwei Stunden geschlagen und gaben so früher den Pekingern die Zeit an.
Auf dem Bild sieht man den Glockenturm (nach einem Feuer 1747 wieder aufgebaut), der Trommelturm steht 100 m südlich davon.
In Beijing gibt es einige moderne und architektonisch sehr interessante Gebäude. Das Vogelnest oder den Watercube kennt man ja schon aus olympischen Zeiten.
Kurz vorher wurde aber auch das „Pekinger Ei“, das neue Nationaltheater, gebaut. Bei schönem Wetter kann man von einem guten Aussichtspunkt das Nationaltheater aus weiter Entfernung glänzen sehen.
Dieses Stillleben in Wuhan (ein Blick in den Eingang eines Gebäudes) mit Stuhl, Vase, Banner und zwei Paar Schuhen musste ich einfach fotografieren. Das Bild erscheint mir noch eindrucksvoller, als ich erfuhr, was das für ein Gebäude ist. Auf dem Banner steht sinngemäß etwa: „Die Zeit der untergegangenen Sonne ist am besten.“ Die „untergangene Sonne“ steht für alte Menschen, denn dieses Gebäude ist ein Altersheim. Wer allerdings auf dem Stuhl sitzt, das habe ich nicht herausbekommen.