In China ist die Familie alles. So verwundert es auch nicht, wenn die Eltern für ihre gestressten, karrieremachenden und deshalb noch solo lebenden Kinder einen Partner suchen (allein in Beijing gibt es ca. 3 Millionen).
Die Parks in Beijing haben sich in den letzten Jahren zu beliebten Partnerbörsen entwickelt, wo die geneigten Eltern ihre Kinder anpreisen. Auf Zetteln stehen Größe, Alter, Verdienst (hier eine kritische Begutachtung der Angebote) …

und bei einigen liegen auch Fotos und Abschlusszeugnisse bei.

Man kommt ins Gespräch, tauscht dann Telefonnummern aus, arrangiert ein Treffen und hofft inständig, dass es diesmal doch klappen möge.
Dieses Sprichwort gibt es natürlich in China auch, denn die Chinesen sind extreme Frühaufsteher. Geht man morgens kurz nach sechs in einen Beijinger Park, ist dieser voll mit vor allem älteren Menschen, die Sport machen oder einfach ein bisschen schwatzen.
Dieser Mann tut gleich beides (das sage noch mal einer, Männer seien nicht multitaskingfähig!): Er schwatzt, während er entspannt den Spagatsitz ausprobiert.
Während man in Deutschland in den Parks spazieren geht, auf Bänken sitzt und maximal mal ein bisschen joggt oder mit Kindern spielt, gibt es in vielen Parks in Beijing für jede Freizeitbeschäftigung einen eigens angelegten Bereich. Besonders schön „strolling area“. Frei nach dem Motto: „Bitte hier spazieren gehen.“
Die Beijinger sind dafür bekannt, dass sie politisch interessiert und gut informiert sind. (Das liegt sicherlich auch daran, dass hier das politische Zentrum ist.)
Überall sieht man daher zeitungslesende Bürger und Bürgerinnen. Und für alle, die sich keine Zeitung leisten können oder wollen, hängt in den öffentlichen Parks eine tagesaktuelle Zeitung aus. Praktischerweise kann man so gleich kontroverse Themen diskutieren.
Bäumen wird in China viel Kraft zugesprochen. Deshalb sieht man in vielen Parks Menschen, die Bäume umarmen, die etwas in die Baumkronen schreien, Menschen, die sich an Bäumen reiben,
